Die Freunde von Emma Kunz haben berichtet, dass sie nie ein Telefonbuch benutzte. Und ich denke nicht, dass sie die Nummern auswendig gelernt hatte, sondern dass sie wahrnehmen konnte, wie jede Telefonnummer zu seinem Besitzer dazugehört.
In der Zeit, als sie ein Büchlein herausgeben wollte griff sie zum Telefonhörer und wählte. Es stellte sich heraus, dass sie einen Mann am Draht hatte, der eine Druckerei besass. „Das ist interessant, können sie vorbeikommen, ich möchte ihnen einen Auftrag zu einem Büchlein geben“, sagte sie.
Der Mann kam, alles wurde besprochen, und am Schluss interessierte sich der Drucker, wie Emma Kunz auf ihn gekommen war. „Ich habe nicht einmal ihren Namen gewusst. Aber gestern abend, als ich diese Zeichnung anfertigte, erschien hier unten in verschlüsselter Form ihre Telefonnummer“.
Natürlich bleibt einem der Kiefer unten, wenn man so etwas hört. Viele Menschen sind wundergläubig, viele lehnten solche Möglichkeit ab. Beides ist hier uninteressant. Emma Kunz soll immer wieder gesagt haben: „Wunder gibt es nicht, dies alles sind Gesetzmässigkeiten.“
Man muss also davon ausgehen, dass der Charakter dieses Druckers eine bestimmte Schwingung darstellt, dass sein Beruf ganz logisch mit ihm verbunden war und dass sogar seine Telefonnummer über eine Gesetzmässigkeit mit ihm verbunden war. Weiter muss man annehmen, dass Emma Kunz sich in die Energien – oder wenn man so sagen will, in die Weltseele – einfühlte, so tief, dass sie den geeigneten Menschen fand, den sie gerade suchte, und – ebenfalls logisch, gesetzmässig – so seine Telefonnummer erreichte.
Hier lege ich Euch noch eine Geschichte aus dem Emma-Kunz-Buch bei:
Von einer weiteren Begegnung und Erfahrung mit Emma Kunz berichtet der Druckereibesitzer und Freimaurer S.  Er erhielt eines Tages einen Telefonanruf von der ihm bis dahin unbekannten Emma Kunz, die ihn danach fragte, was er herstelle. Erstaunt erklärte Herr S., dass er eine Druckerei besässe Emma Kunz meinte, dass diese Tatsache sehr interessant sei, und bat ihn, sie aufzusuchen, da sie einen Druckauftrag zu einem Buch vergeben wolle. Nachdem Herr S sich bei Emma Kunz eingefunden hatte, zeigte sie ihm ihre Bilder, von denen sämtliche Wände vollhingen, und erklärte, dass sie darüber ein Buch herausgeben wolle. Sie nannte Format, Anzahl der Seiten, Höhe der Auflage und legte ein Papiermuster vor. Nun wollte Emma Kunz den Preis erfahren, worauf der Drucker ihr zu verstehen gab, dass er ihr eine Offerte erst innerhalb einer Woche unterbreiten könne. Emma Kunz war erstaunt, dass er den Preis nicht unmittelbar errechnen und nennen konnte; sie sagte ihm mit Bestimmtheit, dass sie den Preis schon wisse, und nannte ihm einen Betrag. Diese Äusserung stimmte den Druckereibesitzer nachdenklich. Er verabschiedete sich von Emma Kunz und wollte bei dieser Gelegenheit noch wissen, wie sie auf seine Firma gestossen sei.
Hier ist anzufügen, dass Emma Kunz laut verlässlichen Zeugenangaben nie ein Telefonbuch benützte. Sie verriet dem Drucker nun, dass im gestern von ihr beendeten Bild seine Telefonnummer enthalten sei. Sie zeigte, ihm die Zahlen, die sich durch Schnittpunkte von Linien zusammensetzten und seine Telefonnummer ergaben. Für diese Zahlenfolge habe sie keine Erklärung gefunden und diese versuchsweise dem Telefon eingegeben. So sei die Verbindung zu ihm entstanden.
Herr S. war verständlicherweise sehr beeindruckt von der eigenartigen Begegnung und entschloss sich, noch am gleichen Tag die Kalkulation des geplanten Buches vorzunehmen. Zu seinem Erstaunen ergaben seine Berechnungen genau den von Emma Kunz vorausgenannten Betrag.
Als Herr S. ihr den Briefumschlag mit der Offerte überbrachte, hielt es Emma Kunz nicht einmal für nötig, diesen zu öffnen. Den Offertbetrag kannte sie ja schon längst. Hingegen ermahnte sie ihn beim Abschied eindringlich, für sein jüngstes Kind sofort ein grösseres Bett anzuschaffen, denn das Kind stosse an Kopf- und Fussende an, was ausserordentlich ungesund sei. Dazu ist zu bemerken, dass Herr S. eine Woche zuvor mit seiner Frau über die Anschaffung eines neuen, grösseren Bettes gesprochen hatte. Im Laufe der beiden Gespräche mit Emma Kunz gab er ihr keinerlei Hinweise auf seine familiären Verhältnisse. Emma Kunz bot ihm ein guterhaltenes Bett an, mit der Bitte, einen gewissen Betrag bei der Rechnung für das Buch gutzuschreiben.